EINFÜHRUNG

Jürgen Angeler hat seine Maltechnik und die zugrundeliegende Philosophie im Jahr 2015 entwickelt. Das geschah nach einem 13-jährigen Prozess, in dem er philosophische Texte schrieb und künstlerische Erfahrungen in der musikalischen Komposition bzw. Produktion sowie Fotografie sammelte. Seine Gemälde sind laut Eigendefinition ästhetisierte Gedanken und Emotionen, die er Schicht für Schicht in Freiheit auf die Bildoberfläche synchronisiert.

Der Weg, der zur Methode geführt hat, mit der er seine Gemälde kreiert und die er in Workshops vermittelt, begann im Jahr 2002. Er führte eine intensive Auseinandersetzung mit musikalischen Werken und zerlegte diese in einem meditativen Prozess bewusst mittels konzentrierter Wahrnehmung analytisch und imaginär in ihre einzelnen Noten und Klänge.

Nach dieser Erfahrung begann Jürgen Angeler, selbst musikalische Kompositionen zu schreiben. Die psychologische Grundhaltung, sich in der künstlerischen und philosophischen Auseinandersetzung bewusst die eigenen Aspekte der Persönlichkeit visuell, textlich und auditiv vor Augen zu führen, um sich dabei ständig neu zu begegnen und anzuordnen ist eine essentielle Säule seiner Arbeit.

Eine bislang unbekannte, tiefere und genauere Form der Wahrnehmung ist mit jeder Neuerfahrung für ihn greifbar und somit auch die Fähigkeit, psychologische Strukturen in deren Subtilität, deutlicher und schärfer sichtbar zu machen, um diese aus dem Unbewussten in das Bewusstsein zu transportieren.

Diesen Prozess setzt er im Farbschichtenaufbau seiner Malmethode um, die jedem, der damit arbeitet die gleichen Selbsterfahrungen und inneren Neuanordnungen erlaubt. In den Bereichen Psychotherapie, Psychoanalytik und Intuitionstraining, ist seine Methode ein Mittel zur kreativen Begleitung in der Arbeit mit den Klienten.

Jürgen Angeler geht davon aus, dass die Persönlichkeit jedes Menschen gleich strukturiert funktioniert. Die Intuition, Lebens- und Schaffenskraft, arbeitet bei jedem prinzipiell gleich. Die Persönlichkeit besteht, neben ihrer klaren und individuellen Substanz, zu einem gewissen Teil aus gedanklich konstruierten Programmen, die man sich im Laufe des Lebens durch Erfahrungen und Geschehnisse selbst aufbaut und durch welche man das Leben führt und die inneren sowie äußeren Reize wahrnimmt bzw. interpretiert. Diese Programme können die Kreativität entweder behindern oder, richtig umgesetzt, sogar steigern. Die Synchronisierung der Emotionen, die hinter diesen Programmen stehen, auf die Kunstwerke, kann auch als Weg zur Verarbeitung und Rückkehr zur Klarheit und Substanz angewandt werden. In den Workshops wird gemeinsam mit den Teilnehmern genau an diesen Punkten angedockt und das psychologische Verständnis sowie das nötige technische Werkzeug vermittelt, um die eigenen intuitiven Verarbeitungs- und Kreativitätsprozesse anzuregen und zu fördern.

Er arbeitet kontinuierlich an einem Gesamtkunstwerk, indem er die Essenzen und Kräfte seiner eigenen sichtbar gemachten Teilaspekte visualisiert bzw. umsetzt. Seine Malmethode ist eine Kombination aus einer Farbschichtenabzugs- und Spritztechnik, mit der er bis heute über 1750 Werke geschaffen hat.

Jürgen Angeler möchte mit seinen Bildern Klarheit, Ordnung und Orientierung in der Wahrhaftigkeit schaffen.


„17-449“, Acryl und Dispersion auf Papier, 30 x 40 cm, 2017

Bevor er im Jahr 2013 mit der Malerei begann, war für ihn das Schreiben die wichtigste Ausdrucksform. Hierdurch erhielt er viele Erkenntnisse, auf die seine heutige künstlerische Ausdrucksform gründet. Er schrieb über existentielle Philosophie und Psychologie – bis heute etwa 16.000 Seiten – und beschäftigte sich tiefgehend mit Meditation, Literatur und Soziologie. Lange drückte er sich intensiv durch spontan in Worte gefasste Gedanken und Emotionen aus, eine Schulung der Intuition und des Ausdrucksvermögens und schuf damit die Voraussetzungen für seine heutige Arbeit.

Jürgen Angeler ist Multiinstrumentalist. Zwischen 2007 und 2016 schrieb er über 85 musikalische Kompositionen, die er im Demo-Format produzierte (u. a. die Hintergrundmusik dieser Website). Aufführungen dieser Musik fanden auf Vernissagen statt und wurden in Avantgarde-Kurzfilmproduktionen verwendet. Eine Auswahl der Stücke ist hier zu hören.

Seine ersten Beteiligungen an Kunstausstellungen waren Fotografien von Architektur und Landschaft.